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Schlangenkopffische Malaysias

Toman – Giant Snakehead Channa micropeltes

Der Toman  – Channa micropeltes (CUVIER 1831) ist die größte Art aus der Familie der Schlangenkopffische (Channidae), kann über einen  Meter lang und mehr als 20 kg schwer werden.
Deutsch: Großer Schlangenkopffisch
Englisch: Giant Snakehead, auch Red Snakehead, Redline Snakehead, Malabar Snakehead
Malaiisch: Toman, Ikan Toman
Indonesisch: Ikan Toman, Gabus oder Haruan
Thailändisch:Pla Chado
ChinesiscH: Cheng yú

Ein kapitales, 4,4kg schweres  Exemplar von einem Toman, gefangen im Kenyir Lake, Terengganu, Malaysia von C.O.Jessen im Mai 1999 ( All rights reserved by Claus Qvist Jessen)

Verbreitung
Der Giant Snakehead ist in Südostasien weitverbreit. Er kommt in Vietnam, Laos, Myanmar, Thailand, Indonesien und Malaysia vor. Ein zweites Verbreitungsgebiet liegt in Kerala und Tamil Nadu in Südindien, wo er wahrscheinlich schon im 18.Jahrhundert ausgesetzt wurde. Er wird in veilen Gewässern eingesetzt, um der Tilapia – Plage Herr zu werden. Tilpias sind Buntbarsche, dei aus ursprünglich aus Afrika stammen. Als begehrter Speisefisch und als Zielfisch für Angelgewässer wird der Toman auch in Käfig- und Aquakulturen gezüchtet.
Der Giant Snakehead wurde auch in einigen Seen der USA ausgesetzt, wo er bereits – ähnlich wie die ebensfalls aus Asien stammenden Silber- und Graskarpfen – bereits erheblich das ökologische Gleichgewicht stört.

Die Verbreitung des Toman – Giante Snakeheads in Südostasien (entlang des Mekong, Thailand, Malaysia, Sumatra udn borneo – gelb = ursprünglcies Verbreitungsgebiet) und Südindien (rot = ausegsetzt), in Myanmar handelt es sich wahrscheinlich ebenfalls um ein natürliches Vorkommen (daher orange gekennzeichnet)
Quelle: United States Geological Survey , Public Domain,  http://en.wikipedia.org/wiki/File:Channa_micropeltes_distribution.gif

Merkmale
Die Schlangenkopffische haben ihren Namen dem großen, mit Schuppen bedeckten, schlangenähnlichen Kopf zu verdanken. Der Körper ist langgestreckt und hat lange Rücken- und Alfterflossen, die nur von Weichstrahlen egstützt werden. Ähnlich den Labyrinthfischen Asiens, mit denen sie aber nicht näher verwandt sind, haben sie unter den Kiemendecken ein akzessorisches Atemorgan mit denen sie zusätzlich Luftsauerstoff zur Atmung nutzen können. Damit können sie eine Zeitlang auch in sauerstoffarmen oder austrocknenden Gewässern überleben -mit ein grund, warum sie in fast allen Gewässertypen Südostasiens zu finden sind.

Der Toman ist der größte Vertreter der Schlangenkopffische. Schlangenkofpfische sind lebendgebärend. Die jungen, frisch geschlüpften Fische haben eine leuchtend rote Färbung, daher auch der Name Red Snakehead. Im Alter von 2 Monate wechselt die Körperfärbung in orange und schwarze Längssteifen. Ausgewachsene, geschlechstreife Exemplare  verlieren das Streifenmuster und sind in der oberen Körperpartie dunkel-blau bis schwarz mit weißem Muster, in der Bauchunterseite weißlich bis hell-grau gefärbt.


2 cm langer , 2 Wochen alter Jungfisch eines Toman Channa micorlepis (Photo: Xiphosurus, GNU-Free Doucmenation License, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/62/Tomanfry.jpg )

Jungfische des Toman, Rioesenkopfschlangenfisch. Kaum zu glauben, dass es sich bei diesem völlig anderen  Farbmuster um die gleiche Art handelt! (Photo: Melanochromis, Public Domain, Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Channa_micropeltes_juvenile_2349.jpg)

Ausgewachsener Toman, Riesenschlangenkopffisch, aus dem Aquarium Paris (Photo: thesupermat, Creative Commons Attr.-Share Alike 3.0 Unported, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:T%C3%AAte_de_serpent.JPG )

Lebensraum
Der Toman kann sich an fast jeden Süßwassertyp anpassen. Er kommt  in Teichen, Seen, Stauseen, Flüssen, Bächen und sogar in Entwässerungsgräben vor. Vor allem auf der malaiischen Halbinsel im Temeggor Lake und im Keyir Lake ist ein begehrter zeilfisch der Sportangler. Der Toman kann sogar über sumfigen, noch feuchtes Gelände bis zum nächsten Gewässer kriechen (daher auch mudfish genannt), denn mit seinem Labyrinthorgan kann er auch Luftsauerstoff atmen.
Lebensweise und Fortpflanzung
Ausgewaschene Toman sind gefräßige Räuber. Praktisch alles, was ihnen vor ihr riesiges Maul kommt, wird begierig gefressen: Fische, Amphibien und sogar Singvögel wedren nicht verschmäht. Toman leben gesellig. Das Weibchen bewacht die Laichgrube der frisch geschlüpften Jungfische und verteidigt ihre Brut verbissen. Später folgen sie ihrer Mutter in eindem dichten Pulk. Daher sollten auch Angler diesen Knäuel von umherwieselnden, leuchtend roten Schwärmen nicht zu nahe kommen. Toman können sehr bissig sein!
Wirtschaftliche Bedeutung
Der Toman wird in Fischteichen gezüchtet, denn er ist in ganz Südostasien ein beliebter Speisefisch und vor allem fester Bestandtteil der chinesischen Küche. Er wird in vielen Speisevariationen zubereitet, vor allem gegrillt. In den Städten Thailands wird er überall in den Garküchen der Straßenhändler angeboten. In vielen Ländern Asiens ist man der Überzeugung, dass das Fleisch des Toman Heilkräfte hat, vor allem nach Verletzungen oder Operationen. Außerdem wird er als Besatzfisch für viele Angelgewässer herangezogen.
Angelsport
Ausgewachsene Exemplare des Toman sind bei Sportangler sehr begehrt, denn sie sind ein starker Kämpfer, ihr Fleisch ist sehr wohlschmeckend. Aber Vorsicht, der Toman ist sehr wendig und bissig. Daher beim Anlanden unbedingt Handschuhe tragen! Der Toman betäubt zunächst seinen Beute mit einem Biss, schwimmt ein Stück weit, rückt den Köder dann zurecht, um ihn zu verschlingen. Und hat man ihn am Haken, dann rast er mit dem Köder im Maul sofort in den schützenden Uferbereich oder irgendeinen Unterschlupf, und die Schnur kann sich verheddern. Um dies zu verhindern, muss man immer wieder kurz Leine geben und dann straff anschlagen. Dass es sich um einen Toman handeln muss, erkennt man an dem Ring von Luftblasen, die zur Wasseroberfläche aufsteigen.

Eine verwandte Art, der Common Snakehead oder Snakehead Mullet – Channa striata – malaiisch Toman Paya, Haruan   oder Ikan Aruan, deutsch Quergestreifter Schlangenkopffisch genannt – ist ebenfalls in allen Gewässertypen Malaysias weit verbreitet und wird auch in Teichkulturen als Speisefisch gezüchtet. Er wird bis zu 90 cm lang. Die Elterntiere bauen für ihre Fischbrut ein Nest aus Pflanzenteilen, welches in ruhigen Gewässerabschnitten und Stillwasserzonen der Flüssen an der Oberfläche schwimmt. Auch sie verteidigen ihre Fischbrut verbissen gegen jeden Eindringling. Beim Angeln reagiert der Haruan ähnlich wie der Toman. Der Fisch “testet” zunächst den Köder, bevor er richtig zubeißt und ihn schluckt.

Der Gestreifte Schlangenkopfisch Channa striata (Zeichnung:Agyle, Public Domain, Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Channa_striata_after_Bleeker_1879.jpg )

Außerdem kommen in Malaysia weitere Schlangenkopffisch-Arten vor: Channa orientalis, Channa leucopunctata, Channa marulloides und Channa lucius.
Channa orientalis ist der häufigste Schlangenkopffisch, aber mit einer maiximalen Lnge von 20 cm für Sportangler relativ uninteressant. Channa leucopunctata hat seine ursprüngliche Heimat in Südindien. Er kann eine Länge von 95 cm erreichen. Channa lucius – auf Malaiisch Bujuk genannt – kommt in den Gewässern Borneos und der malaiischen Halbinsel vor. Er wird bis zu 40 cm groß. Channa marulloides (malaiisch Jalai oder Toman Bunga, englisch Cobra oder Emperor Snakehead Fish genannt ) ist inzwischen fernab seiner Heimatgewässer Südostasiens  in den Flüssen und Kanälen Floridas zu einer echten Plage geworden.

Der Toman Bungah – Emperor Snakehead (Channa Marulloides), eine der farbenärchtigsten Schlangenkofpfische, aufgenommen im Schauaquarium im Zoo von Negara/Malaysia von bob/P-&-S, Creative Commons License 2.0 Us-amerikanisch, Quelle: http://www.flickr.com/photos/mahbobyusof/5804228805/sizes/m/in/photostream/)