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Juni 2017
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Restrhein zwischen Basel und Rheinweiler

Der Angelsportverein Weil am Rhein und Umgebung e.V. betreut den Restrhein zwischen Basel und Rheinweiler. Es werden allerdings nur Jahreskarten ausgegeben und zwar ausschließlich an Vereinsmitglieder. Der Verein hat 1997 parallel zum Rhein einen Fischereilehrpfad angelegt, der sich auf 10 Schautafeln anschaulich mit der Entwicklung des Rheins im 19.Jahrhundert seit der Tulla’schen Rheinkorrektur kritisch auseinandersetzt. Der Lehrpfad beginnt am Stauwehr Märkt und endet mit der letzten Tafel an der Kandermündung. Die Vereinsjugend hat die Renaturierung und die Pflege des Fischbestandes im Feuerbach und im Grundwasserkanal, der parallel zum Rhein hinter dem Rheindamm verläuft, übernommen. Der Verein hat außerdem noch einen Angelweiher, der aber ebenfalls nur Vereinsmitglieder zur Verfügung steht. Ausgegeben werden Tages- und Jahreskarten.

Passionierte Angler aus Weil berichten, dass der Restrhein ein ausgezeichnetes Fischgewässer sei, in dem fast alle angelbaren Fischarten vorkommen. Dort, wo der Restrhein abzweigt, am Wehr bei Weil-Märkt und am großen Wehr bei Breisach, soll das Angeln besonders erfolgversprechend sein. Denn unterhalb der Wehre, dort wo das Wasser über das Wehr schießt, den sogenannten Rauschen, ist es sehr sauerstoffreich, und das zieht besonders Salmoniden , hier sind es vor allem Bach- und Regenbogenforellen, magisch an. Sogar Meeräschen und Lachse gibt es, aber die haben ganzjährige Schonzeit. Forellen sollen im Restrhein beim Spinnfischen, aber auch mit der Fliege zu fangen sein.

Grundsätzlich ist auch das Angeln vom Boot aus erlaubt, allerdings nicht mit Schlauchbooten. Die Boote müssen einen festen Rumpf haben. Alles andere wäre auch bei den vielen Untiefen mit Felsen und Sandbänken zu gefährlich. Denn an einigen Stellen kann der Restrhein doch bis zu 4 m tief sein.

Regelmäßig werden hier auch kapitale Hechte angelandet, auch das Angeln auf den Rapfen ist beliebt. Dieser starke Fighter kann hier 1 Meter und länger werden. Die häufigsten Fischarten im Restrhein sind nach wie vor Aitel (Döbel) und Nasen. Der Bestand an Flußbarschen und Zandern nimmt allmählich zu. Auch größere Trüschen (im Rheingebiet heißen sie allerdings Quappen) werden immer wieder gefangen. Auch Aale gibt es wieder reichlich.

Nachdem Brand bei Sandoz in Schweizerhalle 1986 war mit dem in den Rhein auslaufenden Löschwasser ja jede Menge hochgiftiger Stoffe in den Rhein gelangt und alle Fische und Wirbellose, den wichtigsten Fischnährtieren, binnen kurzer Zeit vernichtet. Aber die Rheinfauna hatte sich schneller wieder erholt, als damals prophezeit. Verschiedene Projekte, die damals aus dem Rheinfonds der Fa. Sandoz mitfinanziert wurden, untersuchten Zeitraum und Ausbreitungswege der Wiederbesiedlung des Rheins. Es stellte sich heraus, dass in den wenigen, noch intakten Nebengewässern und Zuflüssen zum Rhein noch ein gewisses Renaturierungspotential vorhanden war. Umso wichtiger ist es, dass alle Hindernisse, die die Ausbreitung und vor allem die Stromaufwärtswanderung von Fischen behindern nach und nach beseitigt oder durch Sohlgleiten und rauhe Rampen ersetzt werden. Mit dem Bau der Staustufen und Wehre der Flusskraftwerke wurden zwar überall auch Fischtreppen miteingebaut. Aber sie liegen oft auf der falschen Seite oder die Lockströmung ist zu gering, als dass sie von den Fischen gefunden und angenommen würden.



Die Kandermündung in den Restrhein. Auch hier fallen Teile trocken, außerdem behindern die Stufen auf den letzten Metern den Aufstieg von Fischen in die Kander. Eine rauhe Rampe oder Sohlgleite könnte leicht Abhilfe schaffen (Photo: P.Schröder & P.Rey 1998)

 

Auch Karpfenangler kommen im Rhein auf ihre Kosten, natürlich speziell in den Rückstaubereichen oberhalb der Staustufen und Kulturwehre. Es gibt sowohl Schuppen-, als auch Spiegelkarpfen, daneben gibt es jede Mengen Brachsen und Döbel.