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Der Oberrheinabschnitt 2 zwischen Breisach und Straßburg

Der zweite Oberrheinabschnitt beginnt mit dem Zusammenfluss von Rheinseitenkanal und Restrhein (im Bild unten rechts wenige Meter unterhalb von Breisach). Immer wieder gibt es ausgedehnte Rückstaubereiche oberhalb der Kulturwehre. Der Rhein gleicht hier auf weite Strecken einem träge dahinfließenden Fluss. Um die ökologischen Folgeschäden, wie sie im Restrhein sichtbar sind, im weiteren Verlauf des Oberrheins zu vermieden, wurde einer Schlingenlösung den Vorzug gegeben.Dazu wurden für die nächsten vier Staustufen zwischen Markolsheim und Strassbourg das Wasser durch ein Wehr gestaut und über einen Seitenkanal in die Schleusen und zum Kraftwerk abgeleitet. Unterhalb des Kraftwerkes wird es dann über einen Unterwasserkanal dem Rhein wieder zugeführt.

 

Mündung des französischen Rheinseiten-Kanals in den Rhein bei Breisach (Photo: Norbert Blau, GNU-Free Documentation License, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Breisach_73.850.jpg?uselang=de )

 

Der Angelsportverein Wyhl am Kaiserstuhl e.V. betreut neben dem Rhein auf der Gemarkung Wyhl einige Baggerseen und Kiesgruben, auch einige Altrheinarme und Fließgewässer mit so aufschlussreichen Namen wie Toter Mann, der später zum Rheingießen wird oder das Rheinle.

Der Angelverein Weisweil e.V. ist neben dem Rheinabschnitt auch für den Mühlbach, das Beltee.V.nwasser und den Brentsandsee zuständig.

Der Angelverein Rust betreut die Gewässerstrecke, die parallel zum Taubergießengebiet am Rhein verläuft, und hat den Allmendsee gepachtet.

Interessant sind die Altarme und Rheinseitengewässer, die zwischen Rhein und Kaiserstuhl verlaufen, mit Dükern unter dem abwasserführenden Leopoldskanal , der die Flüsse und Bäche aus dem Raum Freiburg und Breisgau bündelt und dem Rhein zuführt, geführt werden und sich dann zum Taubergießengebiet erweitern.

Für Hobbyangler bieten diese Rheinseitengewässer ein wahres Schalaraffenland. Allerdings stehen einige Areale unter Schutz. Man sollte sich daher der Führung eines orstkundigen Einheimischen anvertrauen. Sonst könnte man sich in diesem Labyrinth von Wasserläufen leicht verirren.

Im Rhein selbst kann man auch entlang des Kaiserstuhl mit guter Ausbeute rechnen: Rapfen, Hechte, Zander und Karpfen sind hier die Zielfische. Das Angeln vom Boot aus ist auf dieser Strecke auf deutscher Seite nicht erlaubt. Etwas anders sieht es auf französisches Seite aus. Die französische Angelkarte gilt – anders als in Deutschland – für den gesamten Rhein. Bevor man sich dort drüben im Elsass eine solche Karte besorgt, sollte man sich mit den unterschiedlichen Bestimmungen auf beiden Seiten vertraut machen. Angelkarten für die Rheinstrecke zwischen Breisach und dem Leopoldskanal werden in Breisach, in den Kaiserstühler Gemeinden Bahlingen, Ihringen und Jechtingen, sowie in Brisach-Vogelgrün auf französischer Seite ausgegeben.

Durch den Bau von Kulturwehren und Schwellen in diesem Rheinabschnitt wollte man eine weitere Absenkung des Grundwasserspiegel verhindern. Dazu wurde eine bestimmte Wassermindestmenge vertraglich festgelegt, die von den Wehren in das Auengebiet abgeleitet wird. Damit wird das alte System der Mühlbäche, die parallel zum Rhein laufen , gesichert und zugleich wieder ein ansatzweise durchgehendes Verbundsystem von Altrheinarmen geschaffen. Zusätzlich sichern Gießen, die aus Grundwasseraustritten und Quellen von sauberem Schwarzwaldwasser stammen, das Gewässernetz und verbessern die Wasserqualität.

Die Verbindung mit dem Rhein wird durch sogenannte Einlassbauwerke geregelt. Überschreitet der Rhein eine kritische Hochwassermarke, können die Schlute geöffnet werden und die Auengebiete geflutet werden. Diese Flutungen haben allerdings verheerende Auswirkungen auf die gesamte Gewässerfauna, die mit der Flutwelle mitgerissen und in Areale gespült werden, die dann bald wieder – nach Schließung der Schlute – trocken fallen. Davon sind natürlich auch Fische, besonders die Fischbrut und Jungfische betroffen. Andererseits können bei einer neuerlichen Rheinkatastrophe, wie damals, als eine Giftwelle aus dem Löschwasser beim Brand der Schweizerhalle in Basel, den Rhein hinunterzog, diese Schulten umgekehrt auch vollständig geschlossen werden, sodass die Auengewässer geschützt sind. Dabei fallen dann allerdings große Teile dieser Schlute trocken, was ebenfalls Verluste an Fließwasserfauna zru Folge haben kann.

Im Zuge der Hochwassersicherung im gesamten Oberrheingebiet werden immer mehr dieser Auengebiete als künftige Polder ausgewiesen und ausgebaut. Da fürchtet mancher Angelsportverein, der mit viel Einsatz seine Auengewässer hegt und pflegt, um seine jahrzehntelange Arbeit. So hat zum Beispiel der Angelsportverein Burkheim per Internet einen dringenden Appell an alle Sportsfreunde gerichtet, seine Petition zu unterstützen, damit der Rheinwald gerettet werden kann und seine Weiher nicht künftig nicht in den Fluten untergehen.

Eine letzte natürliche Oase in dieser bedrohten Auenlandschaft bildet das Taubergießengebiet, denn weite Teile stehen dort unter Naturschutz. Der Name Taubergießen setzt sich zusammen aus

  • Giessen, das sind die in der Regel schnell fließenden, klaren und wasserpflanzenreichen Abschnitte von Gewässer, die von Grundwasserquellen gespeist werden, Wasser aus dem Schwarzwald, welches hier wieder zutage tritt

  • und

  • Taub, damit bezeichneten die Berufsfischer früher die Gewässerabschnitte , die nährstoffarm waren und deshalb auch wenig Fisch zu bieten hatten. Heute kann von einer Nährstoffarmut dieser Rheinseitengewässer allerdings kaum noch die Rede sein. Nach anderer Lesart heißt das Gebiet Taubergießen, weil es taub ist, d.h. Vom Rhein abgeschnitten wurde.

Nach der Rheinbegradigung durch Tulla ist hier eines der letzten gebiete im südlichen Oberrheingebiet, in dem noch ein Netz von Altrheinarmen geblieben ist und einen Eindruck vermittelt, wie es früher im gesamten Rheingebiet ausgesehen haben muss. Allerdings ist das Taubergießen von seinem natürlichen Anschluss an den Rhein durch die Regulierung abgeschnitten worden. Wie der Ausgleich mit Hilfe von Einlassbauwerken und Schluten künstlich geregelt wird, wurde bereits erläutert.

Diese Auenlandschaft, die vielleicht nur noch im Spreewald ihresgleichen findet, kann man auf Wander- und Radwegen erkunden oder in einem der flachen Nachen, die ähnlich wie im Spreewald, mit einer lange Stange entlang gestakt werden. Bootsführer aus den Dörfern rund um das Taubergießengebiet bieten solche geführte Bootstouren an. Bevor man mit dem eigenen Boot ablegt, sollte man sich genau informieren, welche Strecken überhaupt befahren werden dürfen. Ebenso ist das Angeln in diesem Naturschutzgebiet streng reglementiert. Das eigentliche Naturschutzgebiet Taubergießen ist 12 Kilometer lang und bis zu 2 km breit. Es existieren 2 unterschiedliche Landschaftsformen: westlich des Hochwasserdammes liegt der Überflutungsbereich des Rhein mit Altarmen, dem parallel zum Rhein verlaufenden Mühlgraben und dem Urwald aus alten Eichen, Weiden, Pappeln und Ulmen und östlich vom Hochwasserdamm eine amphibische Landschaft aus Wiesen, Wäldchen, Bächen und stehenden Gewässern, die keine direkte Verbindung mehr zum Rhein haben.

Angeln kann man zum Beispiel in der Flussstrecke südlich von Rust, die direkt parallel zum Naturschutzgebiet Taubergießen verläuft. Hier gibt neben Hechte, Barsche, Zander und Aale, vor allem Cypriniden: Brachsen, Döbel, Schleien, Karauschen, Barben, Plötzen und Karpfen.

Ein Altrheinarm im Taubergießengebiet (Photo: Gargolla, Creative Commons License Attr.-Share Alike 3.0 Unported, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Taubergie%C3%9Fen_6.jpg?uselang=de )

 

 

 

Rhein-Wehr in der Nähe der Mündung des Leopoldkanals (Photo: P.Schröder & P.Rey 1998)