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Malaysias – Welse


Wie in vielen anderen Ländern Südostasiens auch leben in den Binnengewässern eine Vielzahl von Welsen. Die wichtigsten, großen und für Sportangler interessante Welse werden hier kurz vorgestellt.

Zuvor eine dringende Warnung:

Die Welse aus den den Familie Clariidae, Bagridae und Heteropneustidae sind giftig. Sie haben sägezahnartige Rücken – und Brustflossen mit Giftdrüsen. Fühlt sich der Wels angegriffen, werden sie aufgerichtet. Dadurch kann es beim Berühren und Anfassen der Fische zu Hautverletzungen, durch die das Gift in den Körper eindringt. Diese Gifte sind im Einzelnen noch nicht identifiziert, gehören aber in die Gruppe der Eiweiße. Sie wirken lymph- und hämotoxisch, greifen also Blut- und Lymphsystem an. Die Folge sind Schmerzen, Hautrötungen, Schwellung und Blutergüsse. Es kann zu Übelkeit, Schweißausbruch bis zu Schockzuständen und Atemnot kommen. Besonders gefährdet sind neben Aquarianern, die diese Welse halten, vor allem Fischer und Sportangler. Daher gilt auch hier: Beim Gamefishing in tropischen Gewässern unbedingt Lederhandschuhe o.ä. tragen!

 

 

Familie Claridae (Kiemensackwelse)

Die Kiemensackwelse unterscheiden sich von anderen Welsarten durch ein zusätzliches Organ zum Atmen. An den Kiemenraum schließt sich eine sackförmige Tasche an, in der stark verzweigte Atemorgane liegen, die am zweiten und vierten Kiemenbogen befestigt sind. Mit diesem akzessorischen Organ sind in der Lage, lange Zeit auch außerhalb des Wassers zu überleben..

Die asiatischen Kiemensackwelse haben außerdem keine Fettflosse. Rücken- und Afterflossen sind lang und haben keine Dornen. Nur auf den Brustflossen findet man Dornen. Um das Maul herum sind 4 Paar Barteln angeordnet, während Welse anderer Familien in der Regel nur 2 bis 3 Paar Barteln haben.

Alle Kiemensackwelse haben einen langgestreckten Körper mit fast runden Querschnitt, einen abgeflachten Kopf und verhältnismäßig lange Barteln. Das Maul ist groß und nimmt die ganze Kopfbreite ein. Besonders die Raubwelse der Gattung Clarias,die mit 54 Arten die Hauptgruppe stellen, haben eine recht plumpe Körperform.

 

Keli bunga – Broadhead Catfish –Clarias macrocephalus

Englisch Broadhead Catfish

Malaiisch Keli bunga

Thailändisch Pla Duk

Vorkommen

Clarias macrocephalus kommt in Thailand, Vietnam, China, Guam, Philippinen und Malaysia vor.

Merkmale

Der Keli bunga ist vor allem an seiner langen Rückenflosse zu erkennen. Außerdem hat er einen hellen Fleck auf der ansonsten dunklen Körperseite. Männchen erkennt man an der länglichen Urogenital – Papille, während die Weibchen nur eine runde Geschlechtsöffnung vor dem After haben. Keli bunga – Männchen können bsi zu 1,2 m lang werden.

Lebensraum, Nahrung und Fortpflanzungsverhalten

Dieser Raubwels kommt vor allen in Flüssen und stehenden, kleineren Gewässern, in Bewässerungskanälen, auf gefluteten Reisfeldern und Feuchtgebieten vor. Wenn das Gewässer austrocknet, kann er sich für eine längere Dürreperiode im Schlamm eingraben.Oder er versucht die nächste offene Wasserstelle zu erreichen, wobei er mit den verlängerten Flossen vorwärts kriecht. Als Räuber frisst er Insekten, Krebse und kleinere Fische, verschmäht aber auch nicht vegetarische Nahrung, Küchenabfälle und Fischmehl (bei Haltung und Zucht in Aquakulturen). Wildbestände des Keli bunga suchen zum Ablaichen kleinere Fließgewässer auf. In Teichzuchten laichen die Fische nicht spontan, sondern müssen dazu durch hormonelle Injektionen angeregt werden. In einigen Ländern sind die wildlebenden Bestände dieses Raubwelses durch Vermischung aus Exemplaren aus Teichzuchten, teilweise auch mit anderen nah verwandten Arten wie den C.garipinus gefährdet.

Wirtschaftliche Bedeutung

Als beliebter Speisefisch wird dieser Wels in vielen Aquafarming- Anlagen hergezogen. Untersuchungen in Perak/ Nord-Malaysia über einen Zeitraum von 20 Jahren haben gezeigt, dass der Keli bunga bis zu 20 Gewichtsprozent des Fischbestandes neben dem Schaufelfadenfisch und dem Gestreiften Schlangenkoffisch) ausmacht und sich deshalb gut als Beiprodukt bei der Reisernte vermarkten lässt.

Sportangeln

Walking Catfish – Froschwels – Clarias batrachus

Clarias batrachus im Schauaquarium im Zoo von Brno/Tschechien (Photo: Mistvan, GNU-Free Documentation License , Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Clarias_batrachus-ZOO.Brno.jpg?uselang=de )

Vorkommen

Der Froschwels kommt in Sri Lanka, Ostindien, im Mekong-Delta und in den Gewässern Indonesiens, Malaysias und Bruneis vor. Er wurde auch in Florida ausgesetzt und hat sich dort teilweise stark vermehrt.

Merkmale

Die Grundfärbung ist grau bis grau braun, die Flanken zeigen ein unregelmäßiges Muster aus weißen und dunkelbraunen Flecken. Die Rücken- und die Afterflosse sind lang, ebenso wie die abstehenden Barteln. Die Männchen erkennt man an der punktförmigen Zeichnung der Rückenflosse. Die Haut ist schuppenlos, aber mit einer Schleimschicht überzogen. Das schützt den Fisch auch vor dem Austrocknen. Froschwelse können bis zu 50 cm groß werden.

Lebensraum und Nahrung

Froschleben leben vor allem in stehenden, sauerstoffarmen Gewässern, verschlammten Teichen, Kanälen und Entwässerungsgräben. Dabei kommen sie gelegentlich an die Wasseroberfläche zum Luftholen. Er ist ein Allesfresser, das Nahrungsspektrum reicht von Schnecken, Insekten und anderen Wirbellosen bis zu Fischen, Detritus und Wasserpflanzen.

Sportangeln

Beim Anlanden des Froschwelses sollte man vorsichtig sein. Er kann die Dornen und Stacheln hinter den Flossen plötzlich aufstellen und damit empfindlich stechen. Diese sägezahnartigen Hartstacheln enthalten ein ziemlich starkes Gift!

Familie Bagridae (Stachelwelse)

Stachelwelse leben in Flüssen und Seen Afrikas und Asiens. Man zählt bisher 150 Arten, die sich auf 18 Gattungen verteilen. Sie haben ein unterständiges Maul mit drei Paar Barteln. Der Namen Stachwelse rührt von der Rücken- und Brustflosse her, die robuste Stacheln mit Widerhaken haben. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Im Gegensatz zu den Clariidae haben die Stachelwelse eine Fettflosse, die recht groß sein kann. Die meisten Arten gehen in der Dämmerung oder nachts auf Beutefang.

Baung – Pearl oder Planet Catfish – Mystus castaneus

Englisch Pearl Catfish, Plant Catfish

Malaiisch Baung

Indonesisch Rik

Der Baung, der in Malaysia oft noch mit dem wissenschaftlichen Namen Mystus nigriceps bezeichnet wird, kommt jedoch nur in den Gewässern Javas und Südsumatras vor. Bei den Stachelwelsen auf der Malaiischen Halbinsel, Zentralsumatras und Borneos handelt es sich um eine verwandte Art, Mystus castaneus (früher unter dem Namen Mystus micracanthus geführt). Bei Aquarianer wird diese Art oft M.armatus verwechselt, die aber aus Indien stammt. M. castaneus hat einen einfarbig hellbraunen Körper mit einer dunkleren Dreiecksmarke an der Basis der Schwanzwurzel.Männchen erkennt man an der länglichen Genitalpapille vor der Afterflosse. Die Weibchen werden größer und haben einen etwas gedrungeneren Körperbau.

Baung sind lebengebärend, wobei sie zwei- bis dreimal pro Jahr Nachkommen bekommen können.