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Malaysia – Labyrinthfische

Kalui – Giant Goramy Osphronemus goramy

Englisch Giant Goramy

Deutsch Riesengurami

Malaiisch Kalui

Thailändisch Pla Let

 

 

Ausgewachsenes Exemplar des Riesenguramis (Photo: Adrian Pingstone, Public Domain, Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/21/Giant.gourami.arp.jpg?uselang=de

 

Verbreitung

Der Riesengurami ist heute als begehrter Speisefisch in so vielen Ländern Asiens und Afrikas eingeführt worden, dass sich seine ursprüngliche Verbreitung kaum noch feststellen lässt. Wahrscheinlich aber stammt er ursprünglich aus Malaysia oder Java. Er kann bis zu 5 kg schwer wird. Der Weltrekord eines in Thailand geangelten, wildlebenden Riesenguramis liegt bei 5,6 gk.

 

Merkmale

Der Riesengurami hat regelmäßig angeordnete Kammschuppen. Die Bauchflossen haben einen fadenförmig verlängerten Hartstrahl und 5 Weichstrahlen. Die Rückenflosse ist kürzer als die Afterflosse. Die Ränder der Kiemendeckel sind gesägt. Das Maul mit den dicken Lippen ist klein, aber vorstülpbar. Der Riesengurami hat – ähnlich wieder die Schlangenkopffische ein akzessorisches Labyrinthorgan zusätzlich zu den Kiemenbögen, mit dem er auch Luftsauerstoff atmen kann. Die Art wird bis zu 70 cm groß. – Jungfische haben zunächst die typische Körperform anderer Guramis (> Schaufelfadenfisch) mit spitzem Kopf und Querstreifenmuster auf dem Körper. Die Augen sind relativ groß. Mit dem Alter verliert der Riesengurami die Streifen, die Schnauze wird runder und der Körper bulliger. Ausgewachsen ist der Fisch einfarbig braun oder dunkelgrau. Männchen erkennt man an den etwas spitzeren After- und Rückenflossen.

 

Lebensraum

Dank seines Labyrinthorgans ist er in der Lage, auch schlammige, sauerstoffarme Tümpel und Teiche zu besiedeln oder kurze Trockenperioden zu überstehen. Daher kommt er in großen Flüssen, Teichen und Entwässerungskanälen, Teichen, ja sogar im Brackwasser der Flussmündungen vor. Oft handelt es sich um Besatzfische, die aus Aquafarminganlagen stammen.

 

Lebensweise und Fortpflanzung

Riesenguramis bevorzugen stark verkrautete Gewässer, da sie Pflanzenmaterial zum Nestbau brauchen. Diese Fische sind gierige Allesfresser von Wasserpflanzen, Salat, Brot, Würmer, Fröschen bis zu kleineren Fischen. In Malaysia und Indonesien haben sie daher den Spitznamen „Wasserschwein“. Im Alter von 6 Monaten sind die Fische bereits geschlechtsreif. Sie bauen Schaumnester, die mit Wasserpflanzenteilen zusammengehalten werden. Diese Nester schweben dicht unter der Wasseroberfläche, sind kugelförmig und können ein Durchmesser bis zu 25 cm erreichen. Sie haben eine Seitenöffnung. Die Eier werden dicht unter diesem Nest abgelaicht. Sie enthalten Öltröpfchen und haben dadurch gegenüber Wasser ein guten Auftrieb. Sie werden eingesammelt, ins Nest gespuckt und von den Eltern auch nach dem Schlüpfen in den ersten 2 Lebenswochen bewacht und immer wieder ins schützende Nest zurück bugsiert.

 

Wirtschaftliche Bedeutung

Riesenguramis werden in großem Stil gezüchtet, da sie rasch zu beachtlicher Größe heranwachsen und begehrte Speisefische mit festem, schmackhaftem Fleisch sind, sofern sie nicht schon zu alt sind. Dreijährige Fische aus schnell fließenden, sauberen Gewässern sollen am besten schmecken.

 

Angelsport

Der Riesenguramy ist einer der begehrtesten Zielfische der Fliegenfischer.

 

 

Neben dem Kaloi – dem Riesengurami, leben in den Gewässern Malaysias 2 weitere Vertreter aus dieser Gruppe großer Labyrinthfische, den Sarawak Kaloi und den Sabah Kaloi, die nur auf Borneo vorkommen und erst vor wenigen Jahren entdeckt und beschrieben worden sind:

 

Sarawak Kaloi – Osphromenus septemfasciatus (ROBERTS, 1992)

 

Dieser Riesengurmai kommt sowohl in Srawak in der Tiefebene von Kapus als auch im indoensischen Teil von Borneo, in Kalimantan Barat, im Mahakan Basin und in Kalimantan Tinur vor. Er wird bis zu 50 cm groß.

 

 

Ein Sarawak Kaloi (Osphromenus septemfasciatus) im Schauaquarium des Zoo Negara in Malaysia, aufgenommen von bob/P-&-S, Creative Commons License 2.0 US-amerikanisch, Quelle: http://www.flickr.com/photos/mahbobyusof/5804771082/in/photostream )

 

Sabah Kaloi – Red Tail Gourami – Roter Riesenguramy – Osphromenus laticlavus

Es gibt in Malaysia einen weiteren Vertreter der Gattung Osphronemus: Den Roten Riesengurami Osphromenus laticlavus, der in den Gewässern Sabahs, im Norden von Borneo vorkommt. Mit seinen leuchtend roten Flossensäumen und der schlankeren Körperform wirkt er wesentlich ästhetischer als sein Vetter, das Wasserschwein Osphromenus goramy. Aber auch diese Art ist unter den Labyrinthfischen mit einer maximalen Körperlänge von 50 cm ein Riese.

 

 

Sepat Siam – Snakeskin Goramy – Schaufelfadenfisch Trichogaster pectoralis

englisch Sknakeskin Gormay

Deutsch Schaufelfadenfisch

Malaiisch Sepat Siam

 

Vorkommen

Der Schaufelfadenfisch hat sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet im zentralen Thailand, Kambodscha und Südvietnam. Als Speisefisch ist er in vielen weiteren Ländern Südostasiens eingebürgert worden. Von Thailand aus wurde er um 1920 in Perak, also im Norden Malaysias, und bereits um 1900 in Singapur ausgesetzt. Von dort hat er sich über die ganze malaiische Halbinsel ausgebreitet.

 

Merkmale

Der Schaufelfadenfisch ist in der Rückenpartie oliv- bis braungrün gefärbt, die Körperflanken und Bauchseiten sind gelblich. Eine Reihe breiter schwarzer Flecken zieht sich von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzwurzel hin. Das verliert sich allerdings in der Laichzeit. Die Bauchflossen sind fadenförmig ausgezogen, beim Männchen leuchtend orange, beim Weibchen blaß gelblich. Auch in Form und Größe der Rückenflosse unterscheiden sich Männchen und Weibchen. Scahufelfadenfische können bis zu 25 cm lang werden.

 

Lebensraum

Als Labyrinthfisch (Familie Anabantidae) besitzt auch der Schaufelfadenfisch ein zusätzliches Labyrinthorgan, mit dem er Luftsauerstoff atmen und so auch in sauerstoffarmen Gewässern leben kann. Er kommt in Bächen und Gräben, in schlammigen Tümpeln und Teichen, sogar in gefluteten Reisfeldern vor, wo er sich als Moskitovertilger nützlich macht. Wenn dann zur Zeit der Reisernte, das Wasser abgelassen wird, können die Fadenfische geerntet werden.

Lebensweise, Nahrung und Fortpflanzung

Wie alle Labyrinthfische sind auch die Schaufelfadenfische Allesfresser, sofern die Nahrung von ihrem relativ kleinen Maul aufgenommen werden kann. Schaufelfadenfische bevorzugen aber vor allem Wasserpflanzen.Das Männchen baut ein Schaumnest unter großen Schwimmblättern oder zwischen einzelnen Schwimmpflanzen. Das Nest ist im Vergleich zu dem des Riesenguramis sehr klein und hat eine flachere Form. Nach dem Ablaichen kümmern sich die Elterntiere nicht weiter um Eier und Fischbrut. Die Jungen können in Abhängigkeit von der Wassertemperatur bereits nach einem Tag schlüpfen, nach drei Tagen schwimmen sie frei. Sie ernähren sich von planktischen Einzellern und kleinen Rädertierchen.

Es gibt in Malaysia viele weitere Labyrinthfischarten, die aber so klein bleiben, dass sie für Angelsportler nicht von Bedeutung sind.

 

Ausgewachsener Schaufelfadenfisch – Snakeskin Goramy (Photo: Bocher, Creative Commons Attr.-Sahre Alike 3.0 Unported, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Snakeskin_gourami.jpg