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Oktober 2017
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Hochrheinabschnitt 3 – Veränderung der Fischarten vor dem Bau der Staustufen

Veränderungen der Fischarten vor und nach dem Bau der Staustufen im Hochrhein

Ein Vergleich von Vorkommen und Verbreitungsmuster der Rheinfische von heute mit dem Artenbestand um 1900 zeigt vor allem, wie drastisch sich der Bau der zahlreichen Flusskraftwerke mit ihren Rückstaubereichen, die sich teilweise sogar überlappen, auf die Fischbestände ausgewirkt haben. Ein einst durchgehendes Fließwassersystem wurde so regelrecht zerstückelt. Besonders wandernde Fischarten sind davon betroffen. Lachse, Fluss- und Meerneunaugen sind aus dem gesamten Hochrheingebiet verschwunden. Bachneunaugen fehlen jetzt im Staubereich der Stufe Augst-Wyhlen und oberhalb von Kraftwerk Rekingen. Auch viele Bodenfische wie Groppen und Bartgrundeln fehlen in den meisten Staubereichen des Hochrheins.

Für das Verschwinden von Bitterlinge im Hochrhein ist dagegen das Aussterben der Malermuscheln verantwortlich, in die die Weichen die Eier mit ihrer Legeröhre applizieren.

Dorngrundeln gab es um 1900 noch nicht im Hochrhein sind jedoch in den meisten Staubereichen im Hochrhein der Abschnitte II und III bereits wieder verschwunden. Auch Bachsaiblinge sind relativ neu im Hochrhein, kommen aber bereits im Rückstaubereich des Kraftwerks Rheinfelden und in den Staubereichen von Laufenburg und Albbruck – Dogern nicht mehr vor. Echte Neuankömmlinge im Hochrhein sind die Regenbogenforellen, Welse und Zander. Auch Rapfen gab es um 1900 noch nicht. Jetzt kommen sie nur noch im Hochrheinabschnitt III vor.

Ähnlich dramatisch sind die Veränderungen bei den Wirbellosen: Viele Muschel, Krebse und Insekten, die früher Massenvorkommen im Hochrhein bilden, sind komplett verschwunden. Andere breiten sich als Neuankömmlinge, sogenannte Neozoen, sehr schnell aus.